Daniel Stylites (Daniel der Säulensteher)

Namenstage: Daniel

Funktion: Heiliger, Prediger, Säulenheiliger

Gedenktag: 11. Dezember

Um 409 wurde Daniel Stylites in Maratha in Syrien (heute Samsat) geboren und trat bereits mit zwölf Jahren in ein nahe gelegenes Kloster ein. Er unternahm Reisen nach Jerusalem und nach Quaalat Seman (Nordsyrien), wo er den Säulenheiligen Simeon den Älteren traf, den er von einem früheren Aufenthalt in Antiochia (syrische Küste) kannte. Er beschloss, selbst ein Leben in Askese als Säulenheiliger zu führen und begab sich in die Nähe von Konstantinopel (ab 1453 Istanbul), wo er zunächst neun Jahre als Eremit in einer Tempelruine hauste. Schließlich stellte einer seiner Freunde in Anaplus zwischen Konstantinopel und Schwarzem Meer eine mit einem Fass gekrönte Säule für ihn auf, die er ab da bis zu seinem Tode am 11. Dezember 493 kaum mehr verließ. Das ständige Stehen war seiner Gesundheit nicht zuträglich, dennoch soll er bis ins hohe Alter gepredigt, Wunder gewirkt und Prophezeiungen gemacht haben. Wegen der Nähe zur Hauptstadt hatte er großen Zulauf und griff in die politischen und theologischen Streitigkeiten seiner Zeit ein. Kaiser Leon I. (457–74) holte sich bei ihm Rat.

Darstellung: als Prediger

Attribut: Säule

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010